Wohntextilien und Polstermöbel – Etikettierung, Begriffe und Abkürzungen

Geschrieben von DP-Moebel 06/08/2017 0 Kommentar(e) Möbel Ratgeber,

Wohntextilien und Polstermöbel – Etikettierung, Begriffe und Abkürzungen

 

Wohntextilien und Polstermöbel – Etikettierung, Begriffe und Abkürzungen

 

Wohntextilien und Stoffe: Was bedeuten die Hieroglyphen auf dem Etikett? Informationen und Entscheidungshilfen für Konsumenten


Wohntextilien – Begriffe und Abkürzungen: Was sich hinter etikettierten Polstermöbel-Materialien und Kissenbezügen verbirgt. Im entscheidungshelfenden Ratgeber erfahren Sie, wie die Kennzeichnung textiler Rohstoffe gemäß Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) erfolgt, welche Angaben aus Allergiker-Sicht fehlen und wie sich Verbraucher anhand aussagekräftiger Qualitätssiegel orientieren können, um geeignete gesundheitsverträgliche Produkte selektiv auszuwählen und zu kaufen.



Wohntextilien und Polsterbezüge adäquat reinigen


Wenn die Party im eigenen Zuhause steigt und eingeladene Besucher feucht-fröhlich im Wohnzimmer Getränke, Cocktails und Speisen konsumieren, ist das Risiko groß, dass mit fortschreitender Zeit Unglücke geschehen. Am nächsten Tag entdeckt der Gastgeber große, farbintensive Saucenspritzer auf dem Stoffbezug des weißen Kissens sowie weitere Flecken auf den textilen, hellen Sofas und empfindlichen Polstermöbel-Materialien. Wie behandeln Möbelbesitzer mit Flecken verschmutztes Polstermobiliar oder Kissenbezüge korrekt, ohne das textile Material zu schädigen?



Entschlüsselung der Kennzeichnungscodes


Glücklich schätzen können sich erfahrene und informierte Nutzer, die sich vor dem Ernstfall mit der Reinigung und Pflege ihrer Wohntextilien befasst haben. Plausibel und einleuchtend sind schriftliche, text- und zahlenförmige Angaben wie „Handwäsche“ und „Normalwaschgang 60°“. Da die etikettierten Symbole die maximal zulässige Behandlungsmethode und Waschtemperatur angeben, können Sie sich darauf verlassen, dass der Stoff im Normalfall unbeschadet gereinigt wird. Hilfreich sind gutes Sehvermögen und kriminalistischer Spürsinn, um das verborgene Etikett des Stoffes schnell zu finden, auf dem grundlegende und verlässliche Wasch- und Pflegeinformationen aufgeführt sind.


Wohntextilien, Begriffe und Abkürzungen: TKG und Etikettierung


Schwieriger ist es für Verbraucher zu erkennen, welche Inhaltsstoffe im Kissen- oder Polsterbezug enthalten sind. Das Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) verpflichtet Produzenten, die wichtigsten textilen Rohstoffe zu deklarieren, die im Produkt hauptsächlich enthalten sind. Mithilfe materialgekennzeichneter Textilien gewinnen Nutzer grobe, elementare Basisinformationen, woraus sich das Produkt zusammensetzt und wie hoch seine prozentualen Materialanteile sind. Es handelt sich um einen unvollständigen Ausschnitt der primär verarbeiteten Textilrohstoffe.

 




Gesetzliche Etikettierungsvorgaben und -beispiele für textile Rohstoffe


1. Hersteller dürfen Textilien, die aus einem Rohstoff bestehen, mit beschreibenden Begriffen wie „rein“ und „ganz“ oder mit Zahlenangaben „100 Prozent (%) aus Baumwolle“ deklarieren.

2. Folgende Kennzeichnungsmöglichkeiten sind bei Fasermischungen erlaubt, die mindestens zu 85 Prozent aus einem Rohstoff bestehen. Exemplarischer Anwendungsfall für 95 Prozent Viskose und 5 Prozent Polyamid:

• 95% Viskose
• 95% Viskose mit Polyamid
• 95% Viskose, 5% Polyamid
• Viskose, 85% Mindestgehalt

3. Erreicht kein Mischungspartner einen Anteil von 85 Prozent, sind die vorherrschenden Rohstoffe mit ihrem jeweiligen Prozentanteil anzugeben. Restliche Materialanteile dürfen Produzenten frei von zwingender Prozentangabe in absteigender Reihenfolge ausweisen. Zwei Anwendungsbeispiele:

• 45% Baumwolle
• 30% Viskose
• 10% Polyamid

• 40% Baumwolle
• 35% Viskose

4. Textile Mischungspartner mit einem Anteil von weniger als 10 Prozent dürfen Hersteller unter dem kumulativen Restposten „Sonstige“ zusammenfassen. Eine weitere Variante erlaubt es, Partnerstoffe unterhalb von 10 Prozent sowohl detailliert und präzise als auch zusammenfassend ohne Prozentangabe aufzuführen. Drei Praxisbeispiele:

• 80% Angora
• 11% Polyester
• 5% Seide
• 5% Viskose

• 82% Angora
• 18% Polyester
• Viskose
• Seide-Fasern

• 85 % Angora
• 15% Sonstige

5. Produktionstechnische Besonderheiten und zulässige Wertabweichungen:
Infolge des emittierenden technischen Herstellungsprozesses darf der Anteil an Fremdfasern bis zu 2 Prozent am textilen Gesamterzeugnis betragen. Neben den enthaltenen Fremdfasern ist ein abweichendes Mischungsverhältnis zwischen einzelnen, etikettierten Faserarten von maximal 3 Prozent zulässig. Die spezifischen Pflege- und Reinigungshinweise komplettieren das Kennzeichnungsetikett. Das Textilkennzeichnungsgesetz beschränkt sich auf die wichtigsten Rohstoffe der Wohntextilien, Kissen, Stoffbezüge, Sofa- und Polstermöbelmaterialien.

 




Welche Faktoren und Inhaltsstoffe das Textilkennzeichnungsgesetz nicht berücksichtigt



Das Kennzeichnungsgesetz für Textilwaren und -erzeugnisse lässt wichtige Nebeninformationen außer Acht. Konsumenten und potenzielle Allergiker enthalten keinerlei Angaben zur textilen Ausrüstung ihres pflegeleichten Produktes. Hierzu gehören Bestandteile wie Färbungsmittel, optische Aufheller, Weichmacher, antistatische Zusätze, Beschwerungen und Imprägnierungen. Der Gewebeanteil verzierender Faser darf 7 Prozent betragen, während der Anteil antiseptisch wirkender Faser 2 Prozent ausmachen kann. In Deutschland hergestellte Wohntextilien und Polsterstoffe unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften und Qualitätskontrollen. Käufer deutscher Textilprodukte können davon ausgehen, dass keine gesundheitsschädlichen Chemikalien enthalten sind. Ausländische Textilerzeugnisse und Stoffwaren außerhalb der EU sind mit Vorsicht zu genießen – insbesondere ungeprüfte Billigprodukte aus Fernost.



Qualitätsprüfende, institutionelle Orientierungshilfe für Verbraucher



Damit potenzielle Käufer das breite Produktangebot besser überblicken und hochwertige, schadstofffreie Textilerzeugnissen selektieren können, verleiht die „Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V.“ aus Fürth das zertifizierte RAL-Gütezeichen für Polstermöbel. Möbelstücke, die das „Goldene M" tragen, haben sämtliche Prüfungen im Testlabor bestanden und weichen nicht von den festgelegten Normgrenzwerten ab. Das RAL-Qualitätssiegel ist ein aussagekräftiges Indiz für Möbelkäufer, die sichergehen möchten, gesundheitsverträgliche Polstermöbel und Stoffmaterialien auszuwählen. Die „Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V.“ untersucht Textilsofas fundiert auf gesundheitsschädliche Substanzen, die für Otto Normalverbraucher und Allergiker gesundheitliche Risiken bergen. Hierzu gehören insbesondere Schwermetalle, Lösemittel, Formaldehyd und Pentachlorphenol (PCP).

Kaufinteressierte Verbraucher erkennen am „Goldene M" eines Möbelstücks, dass es sich um ein qualitätsgeprüftes, sicheres und gesundheitsverträgliches Produkt aus deutscher Fertigung handelt. Weitere Informationen zur Organisation finden Sie im Internet unter www.dgm-moebel.de.

Unser Möbelratgeber gibt Ihnen nützliche Tipps rund um den Polstermöbelkauf an die Hand. Wir präsentieren innovative und inspirierende Einrichtungs- und Mobiliarlösungen von geprüften Qualitätsherstellern zum erschwinglichen, fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.

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